
Jahr 2021 - Ramadân 1442 n.H.
Nachdem der Sichelmond am Mittwoch Abend nicht gesichtet worden ist, ist klar, dass der Fastenmonat Ramadan dieses Jahr am Dienstag, den 13.04.2021 beginnt.
Unsere Moschee ist auch während der Coronakrise geöffnet und man kann sie besuchen. Die Anzahl ist auf 40 begrenzt, aber bitte keine Angst, ihr könnt gerne kommen, da wir notfalls auch auf unsere zweite Etage ausweichen können, wenn zu viele Leute da sein sollten. Der Frauenbereich ist ohnehin separat und für die Frauen jederzeit geöffnet.
Was den Ramadan-Kalender für die genauen Fastenzeiten (Uhrzeiten) angeht, so gibt es diesen auf der Startseite als PDF zum Download.
Warum fasten Muslime? Und welche Vorzüge hat das Fasten? Wie fastete der Prophet Muhammad (Frieden und Segen auf ihm)? Auf all diese Fragen - und mehr - gibt der ehrenwerte Sheikh Sayed Abdelaty Antwort in dieser mit deutschem Untertitel belegten Vortragsreihe zum segensreichen Monat Ramadan. Alle Videos dazu auf Seinem neuen YouTube-Kanal zu finden.
- Was ist "Ramadan"?
Manche denken, dass es der arabische Begriff für "Fastenmonat" sei, dem ist aber nicht so. Der Monat Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Mondkalenders. Anders als der uns bekannte Sonnenkalender dauert dieser im Schnitt 11 Tage weniger, also lediglich ca. 354 Tage im Jahr. Deswegen "verschiebt" sich Ramadan jedes Jahr ca. 11 Tage nach vorn. Der islamische Mondmonat beginnt jeweils mit der Sichtung der Mondsichel und kann 29 oder 30 Tage lang sein.
- Warum fasten Muslime?
Der Islam gründet auf 5 Säulen, deren Grundbaustein der Ein-Gott-Glaube ist (= Monotheismus; arab.: Tauhid). Das Fasten ist eine dieser Säulen. So hat Allah uns das Fasten zur Pflicht auferlegt, indem Er im edlen Koran sagt:
"O die ihr glaubt, vorgeschrieben ist euch das Fasten, so wie es denjenigen vor euch vorgeschrieben war, auf dass ihr gottesfürchtig werden möget." (Sure 2:183)
Der Grund also, warum Muslime fasten ist, um Gottesfurcht* zu erlangen - dies ist das Hauptziel des
Fastens. Viele denken, es ginge beim Fasten nur darum zu erfahren wie sich hungernde, arme Menschen fühlen. Dies ist jedoch nur ein Vorzug, der sich daraus ergibt, aber es kann unmöglich das
Hauptziel sein, denn ansonsten stellte sich die Frage: Warum müssen die Armen also auch fasten? ... Aber nein, hinterm Fasten steckt so viel
mehr!
Wenn ein Muslim fastet, so sollte sein Fasten aus mehr bestehen als nur aus dem Verzicht auf Essen und Trinken. Ein Muslim fastet mit dem ganzen Körper:
- man fastet mit dem Magen, indem man tagsüber nichts isst oder trinkt,
- man fastet mit der Zunge, indem man nicht lügt, nicht lästert und auch sonst keine Schlechtigkeiten äußert,
- man fastet mit den Augen, indem man nicht zum Verbotenen schaut, und trainiert somit seine Schamhaftigkeit,
- man fastet mit den Füßen, indem man sich
nicht an sündhafte Orte begibt,
- man fastet mit den Händen, indem man niemanden
betrügt oder verletzt, ...
... man fastet, UM EIN BESSERER MENSCH ZU WERDEN!
Es sind Dinge, um die sich jeder Mensch auch sonst bemüht oder bemühen sollte. Man möchte auch sonst nicht gefräßig sein und sich mit allem Möglichen vollstopfen. Auch sonst möchte jeder ehrlich sein und auch selbst so behandelt werden. Auch sonst möchte niemand, das man über ihn lästert oder Gerüchte und Verleumdungen verbreitet, usw. All dies trainiert der Muslim im Ramadan, während er sich bewusst macht, dass der einzige Gott - Allah - allgegenwärtig ist und ihn beobachtet.
Viele Nichtmuslime können sich nicht vorstellen einen ganzen Tag auf Nahrung verzichten zu können, geschweige denn 30 Tage hintereinander (wobei erwähnt werden muss, dass man sehr wohl isst und trinkt - eben nur nachts). Doch diese Vermutung beruht auf einem Gedankenfehler. Man muss sich dessen bewusst werden, dass ein Muslim nicht grundlos und erst recht nicht ziellos fastet!
An dieser Stelle wäre vielleicht eine kleine Anekdote ganz interessant:
>> Es war am Tag nach Ramadan von vor zwei Jahren. Jedes Jahr, wenn der Fastenmonat zu Ende ist, begehen die Muslime in aller Welt "das Fest des Fastenbrechens" (arab.: Id al-Fitr). Dieses Fest findet an den ersten drei Tagen nach Ramadan statt und die Muslime treffen sich morgens zum Gemeinschaftsgebet in der Moschee. An diesem Fest ist es nicht erlaubt zu fasten. Nach dem gemeinsamen Gebet war ich also mit zwei Brüdern unterwegs und wir wollten zusammen etwas essen gehen. Es war jedoch noch sehr früh, etwa 10 Uhr. Wir fuhren also zu unserem gewohnten Dönerladen. Als wir dort ankamen, war er jedoch geschlossen. Wir mussten also weiter fahren und weiter auf unser Essen warten. Langsam wurden wir ungeduldig. "Ich will endlich was essen!", schrie einer von uns und die anderen stimmten zu. Über diese Situation nachdenkend, fiel mir auf, dass obwohl wir zuvor einen ganzen Monat lang tagsüber gefastet haben und bereits etwas in der Moschee geknabbert hatten, konnten wir es kaum aushalten auf unser Essen zu warten. <<
Woran lag das? Es lag daran, dass wir keinen Grund mehr hatten, uns zu gedulden! Im Ramadan ist es jedoch anders! Wir wissen, warum wir fasten und sind bereit uns zu gedulden, ohne auch nur in die Versuchung zu geraten etwas zu Essen.
- Wie genau fasten Muslime?
Das Fasten beginnt in dem Moment, indem es morgens anfängt hell(er) zu werden und endet mit dem Sonnenuntergang. In Deutschland dieses Jahr also von ca. 04:00 bis 21:00 Uhr (verändert sich im Verlauf der Zeit) - zudem abhängig von der Region.
[ → siehe: www.gebetszeiten.de ]
Dafür müssen wir verstehen, was es mit der
"Gottesfurcht" auf sich hat.
"Gottesfurcht" ist die typische deutsche Übersetzung des arabischen Wortes "Taqwa".